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Forensik Lünen und Dortmund zusammen „LWL-Zentrum für Forensische Psychiatrie Dortmund-Lünen“

Eine Klinikleitung, zwei Standorte: Lüner Standort wird „Lippeklinik Lünen“, Dortmund bleibt „Wilfried-Rasch-Klinik“

Drei Männer und eine Frau halten ein Schild mit der Aufschrift "Lippe-Klinik Lünen" (Bild: LWL/Schufi)

Mit diesem Namen soll die Verbundenheit zum Standort deutlich werden: (v.l) LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg präsentiert nach der Beiratssitzung gemeinsam mit dem Beiratsvorsitzenden Dr. Niklas Nowatius, der stellvertretenden Kaufmännischen Direktorin der Wilfried-Rasch-Klinik und dem Bauprojektleiter des NRW-Gesundheitsministeriums, Michael Schäfer, den Kliniknamen der künftigen Lüner Forensik. (Bild: LWL/Schufi)

Juli 2026 | „Lippeklinik Lünen“ – so soll die künftige forensische LWL-Klinik heißen, die das Land NRW aktuell am Ufer der Lippe auf der ehemaligen Viktoriabrache baut. Das hat die Landschaftsversammlung des LWL in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, wie LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg im Juni im örtlichen Planungsbeirat berichtet hat. Auch wurde festgelegt, dass die neue 150-Betten-Klinik mit der deutlich kleineren Wilfried-Rasch-Klinik in Dortmund zusammengeführt werden soll. Beide zusammen werden das „LWL-Zentrum für Forensische Psychiatrie Dortmund-Lünen“ mit insgesamt 212 Plätzen und zwei Standorten bilden.

 „Mit dem Namen soll der eigene Charakter der Klinik und die Verbundenheit zum Standort deutlich gemacht werden“, sagte Hollweg bei der Vorstellung der Namensgebung. Außerdem werde die Lippeklinik auch nach der Eröffnung weiterhin von einem eigenen Forensik-Beirat mit Menschen aus dem lokalen Umfeld begleitet werden. Das hatte auch der Planungsbeirat gefordert. „Uns ist wichtig, dass wir auch später im laufenden Betrieb mit den Menschen vor Ort im Gespräch bleiben“, so Hollweg. Daher wird jeder Standort seinen eigenen Beirat als Brücke in die ortsansässige Bevölkerung behalten.

Fachliche und organisatorische Vorteile

Eine Zusammenführung der Dortmunder und der künftigen Lüner Klinik unter einer Klinikleitung biete sowohl fachliche als auch organisatorische Vorteile, erläuterte Hollweg. Beide forensischen Kliniken seien vorwiegend für psychisch kranke Straffällige aus dem Landgerichtsbezirk Dortmund zuständig, zu dem neben der Stadt Dortmund unter anderem auch der Kreis Unna gehöre. „Wenn beide Kliniken in einer Hand liegen, erleichtert das die Steuerung der Aufnahme- und Belegungsprozesse genauso wie die Personalsteuerung und den Wissenstransfer“, sagt Hollweg.

Wirtschaftlich soll die künftige Lüner Forensik – genau wie schon heute die Wilfried-Rasch-Klinik – an den allgemeinpsychiatrischen LWL-Regionalverbund Dortmund/Hemer angegliedert werden. Dadurch würden wirtschaftliche Synergieeffekte erzielt und die Klinik könne von erprobten Versorgungsstrukturen profitieren. Der Beschluss der Landschaftsversammlung tritt formal mit Bekanntmachung im Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land NRW in Kraft.

Bau ist im Zeitrahmen

Der Bau der Lippeklinik liegt weiterhin im Zeitrahmen. Minimale Verzögerungen seien zu verzeichnen, aber das Land rechne weiterhin mit einer Fertigstellung zum Jahresende, wie Michael Schäfer, Bauprojektleiter aus dem NRW-Gesundheitsministerium, im Planungsbeirat berichtete. In Betrieb gehen soll die Klinik voraussichtlich im Frühjahr 2027. Die Dortmunder Wilfried-Rasch-Klinik ist bereits 2006 im Zuge des ersten Ausbauprogrammes des Landes für den nordrhein-westfälischen Maßregelvollzug eröffnet worden.